Fekete István
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Begegnung mit einem zeitlosen Handwerk – Vergoldermeisterin in unserer Werkstatt

Kategorie
Traditionelle Polsterung
Übergabedatum
2025/9
Land
Ungarn

Vergoldete Möbel waren seit jeher Sinnbilder für Luxus und Eleganz. Besonders der zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufkommende Empire-Stil – der die Pracht von Napoleons Reich widerspiegelte – bevorzugte klassische griechische und römische Motive wie Lorbeerkränze und Säulen, die häufig durch Vergoldung aus dem dunklen, edlen Holz hervorgehoben wurden. In unsere Werkstatt gelangte ein solcher Empire-Stuhl, um seinen ursprünglichen Glanz zurückzuerhalten.

Die Vergoldung des Stuhls erfolgte nicht durch Handmalerei, sondern durch die traditionelle Technik des Auflegens von Blattgold. Diese Methode zählt zu den edelsten und dauerhaftesten Verfahren der klassischen Möbelrenovierung. Zunächst wurde die Holzoberfläche mit Bolus, einer speziellen tonhaltigen Grundierung, überzogen. Danach brachte man auf die getrocknete Fläche Mixtion, einen wasserbasierten Kleber, auf, auf den anschließend die 23-karätigen Blattgoldblättchen vorsichtig mit einem weichen Pinsel gelegt wurden. Zum Schluss wurde die getrocknete Goldschicht mit einem Achatstein poliert, um den perfekten Glanz zu erzielen, und mit einer Schutzschicht versehen.

Die Kunst der Vergoldung ist seit Jahrhunderten präsent. Von den alten Ägyptern über mittelalterliche Kirchen bis hin zu Renaissance- und Barockpalästen war sie stets Symbol für Macht und Wohlstand. In Ungarn wurden in der Barock- und Klassizismuszeit nicht nur Kirchenaltäre und Skulpturen, sondern auch fürstliche Salonmöbel mit dieser Technik gefertigt. Namen bedeutender Meister wie György Krammer, József Hoffer oder Antal Ritter bewahren dieses Erbe – sie wurden im 18.–19. Jahrhundert für ihre vergoldeten Möbel und Rahmen bekannt.

Wir hatten das Glück, bei diesem Stück mit Éva Kovács, einer Vergoldermeisterin mit jahrzehntelanger Erfahrung, zusammenarbeiten zu dürfen. Bei der Renovierung konzentrierten wir uns nicht nur auf die Vergoldung, sondern auch auf die komplette Instandsetzung der Stuhlkonstruktion. Zunächst wurden die lockeren Zapfenverbindungen neu verleimt, damit das Möbelstück wieder stabil und sicher steht. Danach bereiteten wir die Holzoberfläche durch Schleifen vor und hoben mit der klassischen, handwerklichen Politurtechnik die natürliche Schönheit des Holzes hervor. Der letzte Schritt der Restaurierung war die traditionelle Polsterung. Nach einer vollständigen Demontage erhielt der Stuhl einen neuen, edlen Bezug, der harmonisch mit den vergoldeten und polierten Holzteilen zusammenspielt.

Die Vergoldung mit 23-karätigem Blattgold zählt auch heute noch zu den edelsten Verfahren der Möbelrestaurierung. Sie verleiht Möbelstücken ein zeitloses, elegantes und luxuriöses Erscheinungsbild.

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