Fekete István
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Boulle-Intarsien-Garnitur – Eleganz aus dem späten 19. Jahrhundert

Kategorie
Traditionelle Polsterung
Übergabedatum
2026/2
Land
Ungarn

Diese mit Messing- und Schildpatt-Einlagen verzierte Boulle-Intarsien-Garnitur erinnert an die Welt der französischen Hofkunst des 17. und 18. Jahrhunderts, obwohl das Möbelstück selbst Ende des 19. Jahrhunderts in Ungarn gefertigt wurde. Über den namensgebenden Meister André-Charles Boulle (1642–1732), den Hofebenisten Ludwigs XIV., habe ich bereits früher geschrieben. Er revolutionierte die Kunst der Intarsien-Einlagen, indem er Schildpatt, Messing und andere edle Stoffe kombinierte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde diese reiche und repräsentative Dekorationsform in ganz Europa wiederentdeckt und mit Vorliebe nachgeahmt.

Bei dieser Garnitur lohnt es sich auch, die Formgebung genauer zu betrachten: fünf runde Rückenlehnen in feierlichem Rhythmus, markante geschwungene Armlehnen und Messingverzierungen auf schwarzem Grund. Bei der Polsterung war die perfekte Symmetrie des Stoffmusters von besonderer Bedeutung – die Mittelpunkte der runden Rückenlehnen mussten präzise festgelegt werden, da hier jede kleinste Abweichung sofort sichtbar wird. Ich arbeitete mit traditionellen Techniken und formte die Sitzfläche mit Afrique-Polsterfüllstoff, um die richtige Höhe und Stabilität zu erreichen. Gerade bei diesem Möbelstück sind die Proportionen entscheidend: Eine zu niedrige oder zu hohe Sitzfläche würde die Eleganz der Form beeinträchtigen.

Die von Hand aufgebaute Schichtung und Formgebung verleihen dem Möbel seinen vollen, fein geschwungenen Charakter, der harmonisch mit der dekorativen Gestaltung zusammenwirkt. Auch der helle, elegante Bezugsstoff war eine sehr bewusste Wahl des Eigentümers: Er hebt den schwarz-messingfarbenen Intarsienrahmen hervor, lenkt jedoch nicht von den Einlagen ab, die an die Boulle-Technik erinnern. Ich habe einige Fotos in der Werkstatt aufgenommen, doch leider hatte ich aus mehreren Gründen keine Möglichkeit, das Möbelstück an seinem endgültigen Standort zu fotografieren. Deshalb begann ich ein kleines „Spiel“, um eine Umgebung und Farbwelt zu finden, die dem Original ähnelt, damit ich zeigen kann, welche Atmosphäre das renovierte Möbelstück dem Interieur verliehen hat.

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